Prävention und Management von UE-Verletzungen in der modernen Massenproduktion

Referenz: Pitts, G., Custer, M., Foister, RD, & Uhl, T. (2021). Die Rolle des Handtherapeuten bei der Prävention und Behandlung von Verletzungen der oberen Extremitäten im modernen industriellen Massenproduktionsumfeld. Journal of Hand Therapy, 34(2), 237–249. https://doi.org/10.1016/j.jht.2021.04.019

Von: Kaylen Kallander

Kurz zusammengefasst: Diese Studie umfasste vier Fallstudien, um die Auswirkungen der Handtherapie auf Arbeiter in der modernen Massenproduktionsindustrie zu ermitteln. Ziel war es, die Wirkung und Vielfalt verschiedener Dienstleistungen zu analysieren, die Handtherapeuten vor Ort anbieten können, um eine schnellere Rückkehr verletzter Mitarbeiter an den Arbeitsplatz zu ermöglichen.

Im Detail: Vier Fallstudien wurden ausgewählt, um die Auswirkungen der Einbindung von Handtherapeuten vor Ort in modernen Massenindustrien zu untersuchen. Die erste war ein 21-Jähriger mit angeborener Makrodaktylie am linken Langfinger, intrinsischer Ulnarnervenschwund und Mediannervkompression mit Thenaratrophie. Darauf folgten ein 38-Jähriger mit lateraler Epicondylose, ein 47-Jähriger mit Karpaltunnelsyndrom und ein 39-Jähriger mit einer TFCC-Verletzung. Die Aufgabe des Handtherapeuten bestand darin, den Arbeiter und seinen Arbeitsplatz durchschnittlich 12 Wochen lang zu analysieren, um die besten Lösungen für den jeweiligen Arbeiter zu ermitteln. Dabei wurde QuickDASH verwendet, um die Veränderung der Funktion und Behinderung des Patienten zu messen. Zu den Interventionen gehörten ein hierarchisches System der Funktionswiederkehrstufen, postoperatives Management, Arbeitskonditionierungsprogramme, Bewertungen der Funktionskapazität, Arbeitsanalyse, OSHA-Erste Hilfe zur frühzeitigen Erkennung medizinischer Notwendigkeiten, ergonomische Anpassungen und Mitarbeitertests nach der Einstellung neuer Mitarbeiter. Die am häufigsten verwendeten Interventionen für die zweite bis vierte Fallstudie waren

Orthesen, die Hierarchie des funktionellen Rückgabeebenensystems und ergonomische oder medizinische Empfehlungen.

Hierarchie des funktionalen Rückgabeebenensystems

Zusammenfassung: In der ersten Fallstudie waren die grobmotorischen Fähigkeiten des Arbeiters deutlich besser als seine feinmotorischen Fähigkeiten. Mit diesem Wissen stellte der Therapeut dem Arbeitgeber diese Informationen zur Verfügung, was dazu führte, dass der Arbeiter einer Stelle zugewiesen wurde, bei der die grobmotorischen Bewegungen stärker im Vordergrund standen als die Feinarbeit. In der zweiten Fallstudie mit lateraler Epicondylose verbesserte sich der QuickDASH-Score innerhalb von 12 Wochen um 26,2% durch den Einsatz eines orthopädischen, hierarchischen Systems mit funktionellen Rückkehrniveaus und eine ergonomische Empfehlung an seinen Arbeitgeber, einen hydraulischen Lift zur weiteren Vorbeugung von Ellenbogenverletzungen zu kaufen. Beim dritten Arbeiter mit Karpaltunnelsyndrom änderte sich sein QuickDASH-Score nicht, sein AROM ergab jedoch 90%, normales Gefühl im Mittelnerv,

und 80% Kraft im Vergleich zur nicht betroffenen Seite. Dies wurde mit einer Orthese, einem hierarchischen System des funktionellen Rückkehrniveaus und Empfehlungen für neurologische Tests erreicht. Schließlich wurde der verletzte TFCC-Arbeiter vom Arzt zur Operation überwiesen. Der Therapeut arbeitete am hierarchischen System des funktionellen Rückkehrniveaus, an Ergonomie und am OSHA-Erste-Hilfe-Programm, was zu einer Verbesserung des QuickDASH-Scores um 51,5%, des AROM um 90% und der Kraft um 80% führte.

Die Forscher fanden in jeder Fallstudie heraus, dass die Kommunikation mit den Arbeitgebern am wichtigsten war, um den Mitarbeitern zu helfen, sicher und funktionsfähig an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Aufgrund der immer weiter fortschreitenden Technologie würden zukünftige Therapeutenrollen die Beurteilung von Passform und Funktion von Exoskeletten und die Verwendung von Biomarker-Technologie zur Überwachung von Vitalfunktionen und körperlicher Belastung umfassen.

Bewertung: 3/5. Dieser Artikel gibt einen guten Überblick darüber, welche Dienstleistungen Handtherapeuten in industriellen Produktionsumgebungen mit standardisierten Verbesserungen erbringen können, um ihre Wirksamkeit zu beweisen. Bei einem Fallstudiendesign gibt es jedoch eine kleine Stichprobengröße ohne Kontroll- oder Experimentalgruppe. Darüber hinaus gab es einige Tippfehler in den Titeln und Zahlen der Datentabellen und Unterüberschriften, wodurch die Datenergebnisse schwer nachvollziehbar wurden.

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